
Meine erste Schrift „Glückskind“ entstand in einem Kurzworkshop bei Dan Reynolds und wurde dann während eines Semesterkurses ausgebaut. So wurde eine fröhliche Schrift daraus, die sich gut auf Einladungen, Verpackungen und als Logo- oder Titelschrift macht.
Sie basiert auf einer Fotografie der Ladenbeschriftung über der Eingangstür der traditionsreichen Metzgerei Gräber in der Darmstädter Altstadt. Die Buchstaben dürften etwa aus der Nachkriegszeit bzw. aus der Zeit des Wiederaufbaus stammen, da sie den damals entstandenen Plakat- und Pinselschriften sehr nahe kommen.

Dazu schreibt Gregor Stawinski im 2009 beim Hermann Schmidt Verlag erschienenen Buch „Retrofonts“: „Diese Schriften simulieren den spontanen, raschen Pinselschwung. Ihre dynamische und doch robuste Form repräsentiert die Nachkriegstypografie wie kaum eine andere Schriftgattung.“

Nachdem ich die vorhandenen Buchstaben nachgezeichnet, verändert, um weitere ergänzt und die Abstände zwischen ihnen optimiert hatte, machte ich mich schließlich daran, der Schrift Besonderheiten zu verleihen, damit sie zwar einen möglichst gleichmäßigen, und dennoch handgeschriebenen Charakter erhalten würde: Es entstanden einige Ligaturen und zahlreiche Alternativbuchstaben, die durch OpenType-Features nun automatisch an den nötigen Stellen eingesetzt werden. So kann jede mögliche Buchstabenkombination ausgeglichen und flüssig ineinander übergehen und sich unauffällig in das gesamte Schriftbild eingliedern.

Momentan besteht die Schrift aus 444 Schriftzeichen und ist nur über mich persönlich erhältlich. Wer Fragen oder Verbesserungsvorschläge dazu hat, kann sich gerne bei mir per Mail melden.
Am 24. April wird das „Glückskind“ im Typodarium 2013 zu sehen sein.

